Die Mutationen der Kommunikation durch Pandemie und Socialmedia

Die Mutationen der Kommunikation durch Pandemie und Socialmedia

Mehr Design als Sein

Vielfach begegnen uns gegenwärtig in den sozialen Medien, den TV Sendern und auch in den Printmedien immer wieder kommunikationsstrategische Muster in ewiggleichen Darstellungsformen. Kurz gesagt geht es dabei mehr um die Form, es geht mehr um die Strahlkraft des Äußeren, als um den Inhalt des Gesagten bzw. des geschriebenen Wortes. Die Bedeutung, der Inhalt des Gesagten wird umhüllt von allerlei Tricks und intellektuellem Schabernack, dem man leicht auf den Leim gehen kann.

Wie in der sonstigen Warenwelt gilt auch hier in der aktuellen Ideen – und Gedankenwelt, dass die Verpackung das eigentliche Interesse des Verbrauchers wecken soll. Deshalb gibt es so viel Lärm in der Welt der Gedanken- und Ideendarstellung. Noch mal, es geht dabei mehr um die Form und die Art der Darstellung statt um den Inhalt. Der Inhalt bleibt meist auf der effektheischenden Ebene der Behauptung und der persönlichen Meinung und bewegt sich weniger auf der Ebene von Fakten und belegtem Wissen.

Also viel Lärm und Aufregung um so gut wie nichts?

 Wie schafft man es, sich wieder mehr auf eine inhaltliche Diskussion hinzubewegen und sich von den Behauptungs– und Meinungsebenen nicht stetig irritieren und verunsichern zu lassen?

So mühten sich schon die alten Griechen in ihren Städteverbünden (Polis) in ihren Stadtvollsammlungen um eine freie und gleiche Diskussionskultur mit dem Ziel der Politischen Selbstverwaltung und Selbstregierung, die dem idealtypischen Leitbild der demokratischen Entscheidungsfindung folgte.

Gilt das auch für die sozialen Medien? Folgen die Beiträge und Mitteilungen in den verschiedenen sozialen Medien einer demokratischen Kultur der Meinungs – und Willensbildung und einer auf Emanzipation ausgerichteten Diskussionskultur?

Als Synonym für Diskussion lassen sich schnell einige Begriffe nennen wie Auseinandersetzung, Aussprache, Dialog, Diskurs, Disput, Debatte, Erörterung, Gespräch, Kontroverse, Meinungsaustausch, Streitgespräch, Wortwechsel.

Eine Diskussion ist dabei ein Gespräch (auch Dialog) zwischen zwei oder mehreren Personen (Diskutanten), in dem ein bestimmtes Thema untersucht (diskutiert) wird, wobei jede Seite ihre Argumente vorträgt. Als solche ist sie Teil zwischenmenschlicher Kommunikation.

Das Wort Diskussion stammt vom lat. Substantiv discussio „Untersuchung,  Prüfung ab. Das Verb dazu heißt discutere und bedeutet „eine Sache diskutieren = untersuchen, erörtern, besprechend erwägen“.

In wissenschaftlichen Arbeiten und ähnlichen Veröffentlichungen gibt es häufig einen Abschnitt mit der Überschrift Diskussion, in dem die zuvor erarbeiteten Sachverhalte von verschiedenen Seiten kritisch betrachtet und interpretiert werden. Oder aber die wissenschaftiche Arbeit muss gegenüber einem Plenum „verteidigt“ werden.

Zu einem guten Diskussionsstil oder auch einer guten Streitkultur gehört neben wechselseitigem Respekt unter anderem, gegenteilige Argumente und Meinungen zuzulassen und genau zu prüfen, anstatt diese vorschnell zu verwerfen.

Der Zweck einer Diskussion besteht nicht zwangsläufig darin, das Gegenüber von dem eigenen Standpunkt zu überzeugen. Hingegen steht am Ende einer Diskussion die Lösung eines Problems, ein für alle Beteiligten annehmbarer Kompromiss oder die beidseitige Erkenntnis, dass verschiedene Meinungen herrschen (Dissens). Auch im letzteren Fall ist die Diskussion eine wichtige Möglichkeit, den Standpunkt anderer kennenzulernen und Dinge aus bisher unbekannter Perspektive zu erblicken.

(Zitate aus: Duden, Einträge in Wikepedia u.a.)

Von der Diskussion zum Diskurs und dann zur Erkenntnis

Beim sportlichen „Ringen“ um Ideen und Gedanken sollte es um einen Austausch verschiedener Ansätze, Gedanken und Fachdisziplinen gehen, um eine Aus-einander-setzung um das fachliche Wissen in Bezug auf aktuelle Themen: Nennen wir es mal einen Diskurs zu absolvieren.

Nun ja, das ist mühsam und erfordert einige Anstrengungen, es erfordert die Gedanken der anderen Diskursteilnehmer/Innen anzuhören, sie zu verstehen und erst dann in ein Verhältnis zu der eigenen Gedankenwelt zu setzen. Dann erst ist es möglich, die eigenen Gedanken auf ihre Richtigkeit, auf ihr Fundament hin, auf ihre Plausibilität in Bezug auf ihre Schlussfolgerungen zu überprüfen.

Bei Habermas ist der Diskurs der „Schauplatz kommunikativer Rationalität“. In diesem Sinn ist Diskurs… „ein argumentativer Dialog, in dem über die Wahrheit von Behauptungen und die Legitimität von Normen gesprochen wird. Was jeweils als vernünftig gilt, ist die intersubjektive, von allen Teilnehmern einer Gemeinschaft anerkannte Wahrheit“.

Habermas formuliert in seiner Diskurstheorie  „Diskursregeln, die auf  Herstellung einer „idealen Sprechsituation“ abzielen, in der nichts weiter herrscht als „der zwanglose Zwang des besseren Arguments und das Motiv der kooperativen Wahrheitssuche“.

Vom Diskurs durchs kommunikative Dickicht in den sozialen Medien  

Schauen wir uns mal dagegen in den Sphären der verschiedensten Foren der Social-media-welt um, in der es viel an Mitteilungsdrang, Schreiblust und Schreibwut zu entdecken gibt. Die Kontaktreduktion in der Pandemiezeit führt zu einem Mitteilungsstau, der sich allerlei Kanäle sucht und so ins fließen gerät. Mein Eindruck ist, daß es immer mehr darum geht, sich in den diversen Plattformen darzustellen und sich damit seiner eigenen Existenz zu vergewissern und vor allem sich der Richtigkeit des eigenen Denkens, Wissens und Handelns zu vergewissern. Es geht um Selbst-vergewisserung und Selbst-bestätigung. Ich kommentiere, teile und like, also bin ich und je mehr Likes ich einheimsen kann, umso mehr bin ich.

So werden die Foren und z.B. Facebookfreundschaften kräftig durchgesiebt nach Linientreue und Einverständnis. Gruppen bilden sich schnell heraus, die wiederrum von Wort – und Meinungsführern durch immer wieder neue Mitteilungsmunition angefeuert werden und damit in ihrer Gruppenidentität bestätigt werden: Wir gegen die Anderen!

Diskussion ist unerwünscht, anderes Denken und Wissen wird schnell verunglimpft, beschimpft, verhöhnt, man ist schließlich unter sich und hat sich in einer Komfortzone, die schnell nach richtig und falsch aussortiert,  eingerichtet.

Eine gewisse Abschottung gegenüber anderen Ideen- und Wissensinhalten ist obligatorisch. Alleine schon die falsche Frage in den Raum zu stellen, kann schon zur Falltür werden.

Gut zu bemerken ist dieses Phänomen in der laufenden Pandemiedebatte auf allen Kanälen, Ebenen und Foren. So verhalten sich sowohl die Laiengruppen in den Facebookforen, als auch die Profis und Experten der Wissenschaftselite und letztendlich auch die politischen Akteure, die sich ständigem Handlungs – und Rechtfertigungsdruck ausgesetzt fühlen.

Von dem Habermaschen Ideal des gesellschaftlichen Diskurses sind wir gerade hier weit entfernt. Allerdings wird in letzter Zeit vermehrt der Ruf nach interdisziplinärem Austausch, nach interdisziplinär besetzten Beratungsgremien, nach mehr Transparenz der politischen Entscheidungen laut.

Es gibt eine fachliche Ebene der Beurteilung der Pandemieentwicklung und des Maßnahmenkataloges, die über die Position des RKI (Robert Koch Institut) hinausgreift, wobei das RKI immer mehr in die Rolle eines zusätzlichen Sprachrohrs der Bundesregierung schlüpft. Das Robert Koch-Institut (RKI) ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention und damit auch die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der anwendungs- und maßnahmenorientierten biomedizinischen Forschung. Die Kernaufgaben des RKI sind die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten. So weit so gut. Aber legitimiert sich aus der Regierungsnähe des RKI ein Kriterium, dem RKI die Deutungshoheit des Pandemiegeschehens alleinig zu überlassen?

Es ist für mich vollkommen unverständlich, warum es innerhalb eines einjährigen Verlaufes der Pandemie nicht gelungen ist, VertreterInnen verschiedener Institutionen und Institute und Verbände an einen Tisch zu versammeln, die unterschiedliche Fachdisziplinen, Schulen, Richtungen und Meinungen vertreten. Ein heterogenes Expertengremium, das sich aus wesentlich mehr als Virologen, Epedemiemodulierer u.ä. zusammensetzt.

Vor jedem der wichtigen Bund-Länder-Treffen holt sich die Politik den Ratschlag von geladenen Experten/Wissenschaftlern ein. Nun mehren sich jedoch die Stimmen, die die Besetzung dieser Runde als zu einseitig besetzt kritisieren.

Wissenschaft ist eben nicht „eine“ Wissenschaft, Wissenschaft ist auch mehr als die Summe ihrer einzelnen Teile.

 Der Medizinhistoriker und Mitglied der Akademie der Leopoldiner Prof. Karl-Heinz Leven war kürzlich zu hören mit den Worten: „Es gibt nicht die Wissenschaft, die Wissenschaft ist sehr komplex, sie ist wandelbar und dynamisch. Es gibt unter ihrem Dach viele Meinungen und Positionen und die sollten alle wahrgenommen werden können“. Diese u.a. Äußerungen weisen deutlich darauf hin, es müsste zusammen genommen an einem neuen Modell der Politikberatung gearbeitet werden.

Es gibt mittlerweile zunehmend Berichte von vielfachen Kollateralschäden der Pandemie – und Lockdown Politik. Kollateralschaden, dieses monströse Wort stammt

aus dem  militärischen Sprachgebrauch, meint einen durch eine militärische Aktion entstandenen  zusätzlichen Schaden, der nicht beabsichtigt ist und nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Ziel der Aktion steht, aber dennoch in Kauf genommen wird.

Von Kollateralschäden ist die Rede, wenn vor der großen Zunahme von vielfachen sozialen, psychischen Schäden von Kindern, Jugendlichen und Schäden durch Anwendung physischer und psyschicher Gewalt an Frauen und in Familien gewarnt wird, wenn auf einen enormen Anstieg von psyschischen Schäden durch Einsamkeit, Depressionen u.a. Angststörungen (vermehrt auch und gerade bei Kindern und jungen Menschen) hingewiesen wird. Noch ist auch nicht abzusehen, wie hoch die gesundheitlichen Schäden einzuordnen sind, die durch die  Aussetzung von Arzt- und Vorsorgeuntersuchungen und bevorstehenden Operationen entstanden sind. Es mehren sich Meldungen, die einen ungeheuren Anstieg all dieser sozialen, gesellschaftlichen und individuellen Problemsituationen anzeigen, die sozialen Beratungsstellen, die Praxen von Therapeuten und Psychologen laufen über, der gegenwärtige Bedarf türmt sich zu einem Tsunami auf. Neben den vielfachen sozialen Kollateralschäden geraten immer mehr Menschen durch eine Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Existenz und ihres Arbeitsplatzes in eine ökonomische Schieflage. Wirtschaftsexperten sehen eine Pleitewelle von großem Ausmaß auf uns zukommen. Nur um die Kostendimension zu verdeutlichen: Ein zweitägiger Lockdown allein in der Gastronomie verursacht so viel an Kosten, wie uns eine ausreichende Bestellung von Impfdosen durch die EU gekostet hätte: ca. 2,3 Milliarden Euro.

Die Liste der sogenannten Kollateralschäden bleibt unvollständig, sie soll nur verdeutlichen, dass es mehr an Expertenwissen bedarf, um den aktuellen Verlauf einer Pandemie und der Behandlung durch entsprechende Maßnahmen richtig einzuschätzen und beurteilen zu können.

Durch eine umfassendere Informationspolitik ließe sich sicherlich eine viel bessere öffentliche Vermittlung, Transparenz und Legitimation institutionellen und staatlichen Handelns begründen und damit eine größere Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung erwirken.

Was haben wir denn zu verlieren, in dem wir einen solchen Weg einschlagen? Vielleicht erleiden wir einen Verlust an persönlicher – und wissenschaftlicher Eitelkeit, einen Verlust an Ignoranz gegenüber anderen Fachdisziplinen und „Andersdenkenden“ oder eine geringere Ansammlung von Herrschafts- oder Elitewissen ?

Was aber könnten wir gewinnen: eine größere Durchlässigkeit des wissenschaftlichen Elfenbeinturms, einen unermesslichen Zuwachs an Erkenntnisgewinn, eine verbesserte Basis zu mehr Einverständnis und Verständnis untereinander, einen größeren gesellschaftlichen Konsens und letztendlich weniger abdriftende Randgruppen wie die Querdenker oder Verschwörungsanhänger u.a.

In dem Geo Magazin „ Wissen“ wurde kürzlich über den Dunning-Kruger-Effekt mit der Überschrift berichtet:

Weshalb inkompetente Menschen oft das größte Selbstbewusstsein haben.

Der Dunning-Kruger Effekt beschreibt das Phänomen der Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, um sich selbst als kompetent darzustellen.

Den beiden US-amerikanischen Psychologen war in einigen ihrer vorherigen Studien aufgefallen, dass Unwissenheit offenbar oft zu mehr Selbstvertrauen führt als Wissen.

Das Ergebnis diverserer Tests: Wer seine Kenntnisse als besonders gut eingeschätzt hatte, erzielte in den folgenden Prüfungen ein schlechtes Ergebnis. Wer sich selbst unterschätzt hatte, erzielte ein wesentlich besseres Ergebnis als gedacht. Dunning und Kruger formulierten daraufhin vier Stufen der Selbstwahrnehmung, die sie auch mit dem Intelligenzquotienten und der Selbstreflexion in Verbindung bringen:

  • Inkompetente Menschen überschätzen oft ihre eigenen Fähigkeiten.
  • Sie sind unfähig, das Ausmaß ihrer Inkompetenz zu erkennen.
  • Bedingt durch ihre Ignoranz bauen sie ihre Kompetenz nicht aus.
  • Dadurch unterschätzen sie die Fähigkeiten anderen Menschen.

Besonders kritisch dabei ist die Kombination von Inkompetenz und Ignoranz

 Seit der Präsidentschaft von Donald Trump ist der Dunning-Kruger-Effekt in den Mittelpunkt der Diskussionen von Politikwissenschaftlern und der Social Psychology gerückt. Von ihm formulierte Sätze wie „Das kann nur ich“ oder „Niemand weiß mehr über diese Sache als ich“ werden als prominentes Beispiel für den Dunning-Kruger-Effekt und Inkompetenz im Zusammenspiel mit Ignoranz zitiert.

Gleichzeitig ließe sich auch die Frage nach einem Zusammenhang des Intelligenzquotienten von Trump-Wählern und der Fähigkeit zur Selbstreflexion stellen.

 Um einer möglichen Reflexionsfalle in der Selbsteinschätzung zu entkommen, gibt es laut Dunning und Kruger konkrete Möglichkeiten. Die beiden Forscher gehen davon aus, dass Wissenserwerb die Kompetenz steigert und damit der Ignoranz entgegen wirkt: Selbstüberschätzung durch Kompetenz vermeiden.

Phänomen der Sozialen Medien und Alternativen

Hier zeigt sich ein Phänomen der Sozialen Medien, das gern als Beispiel für den Dunning-Kruger-Effekt angeführt wird: der Corona-Virus. Vor dem Ausbruch der Pandemie hatten wenige Menschen von dem Virus gehört. Inzwischen verstehen sich viele Nutzer von Sozialen Medien als Experten bezüglich des Umgangs, der Herkunft oder den Auswirkungen des Virus. Auch wenn sie weder als Mediziner, Virologe oder Politiker tätig sind.

Der Grüne Bundesvorsitzende Robert Habeck musste sich in letzter Zeit vermehrt dafür in der Öffentlichkeit rechtfertigen, dass er sich von Twitter und Facebook verabschieden möchte. Als Konsequenz aus Ärger um Wahlkampf-Tweets und die Veröffentlichung von privaten Daten.

Wie er selbst mitteilte, sei Twitter ein „sehr hartes Medium, wo spaltend und polarisierend geredet wird“, …wer auf Vernunft und Ausgleich ausgerichtete Beiträge hier posten will, der kann es auch gleich lassen“. Das Medium färbe auch auf ihn ab. Er ertappe sich selbst dabei, wie er nach Auftritten in Talkshows oder Parteitagen „gierig“ prüfe, wie er im Netz angekommen sei. „Ich möchte gern wieder konzentrierter sein, fokussierter und auf die lange Distanz geeicht, nicht auf den kurzfristigen Geländegewinn“, so Habeck.

Twitter, Facebook, Instagram ade. Und was kommt dann?

Was kann man also tun, um diese Eitelkeiten, Selbstüberhöhung und Ignoranz in den sozialen Foren zu durchbrechen, zu einer anderen Kultur der Diskussion, des Erkenntnisgewinns und der Wahrheitssuche zu gelangen?

Ist es notwendig diese Foren zu verlassen, vielleicht andere neu zu gründen und die Menschen dahinter zu versammeln, die dieser Unkultur der Selbstvergewisserung in den sozialen Medien müde geworden sind und sich nichts mehr wünschen, als sich mit anderen  Menschen auf Augenhöhe auszutauschen, ohne Verunglimpfung und besserwisserischer Attacken und Ausgrenzung

Es bilden sich derzeit Alternative Socialmedia Plattformen heraus wie z.B.: Vero, Diaspora, Reddit, Clubhouse, ello, WT.Social u.a.

WhatsApp gilt seit Jahren als Platzhirsch unter den Messenger-Diensten. Doch die Konkurrenz wächst. Zu den attraktivsten Alternativen gehören Signal und Telegram.

Es ist aber noch nicht abzusehen, inwieweit diese Alternativen Angebote eine entsprechende Plattform und ein entsprechendes Gegengewicht zu den gigantischen Riesen herausarbeiten können. Zu wünschen wäre es uns und einer anderen Diskussionskultur und Willensbildung, eines wirklich auf Erkenntnisgewinn ausgerichteten gesellschaftlichen Diskurses, der diesen Namen auch verdient.

Sind die Socialmedia Plattformen reformierbar, ist unsere Kommunikationskultur noch zu retten?

Folgt man einem Beitrag des Magazins der W & V Ausgabe in dem zu lesen war, das Instagram schon bald die Likes und auch die Followerzahlen aus den Profilen entfernen wird, dass es bald schon ein Ende haben könnte mit Daumen hoch, „likes“ und teilen der Social Media Beiträge, so könnte ein Keim der Hoffnung daraus hervorgehen.

Instagram selbst begründet diese Initiative vor allem mit der potenziell schädlichen Wirkung von Likes als Mittel der Selbstbestätigung auf die psychische Gesundheit vor allem junger Nutzer. Es gibt jedoch auch viele Beobachter, die die Meinung vertreten, dass Instagram diese Änderung schlicht umsetzen will, um mehr Umsatz zu generieren. Andere Stimmen hingegen loben den Vorstoß von Instagram Likes auszublenden. Es wirke dem Konkurrenz- und Erfolgsdruck entgegen, den viele User spüren und der sich in erster Linie anhand der Anzahl an Likes misst.

Größere Veränderungen in dieser Richtung können die Social-Media-Landschaft in Zukunft nachhaltig prägen, wenn Facebook und Co. auch noch nachziehen.

Vielleicht kehrt auch auf diesem Wege ein wenig mehr an Vernunft in unsere Alltagswelt und in unsere Welt des realen Miteinanders, vielleicht auch in die Alltagswelt unseres virtuellen Miteinanders.

Norbert Knabben